Historisches Schießen der Pistolengruppe wiederbelebt
Lucanus cervus – der Hirschkäfer ist mit einer Größe von bis zu neun Zentimetern einer der
größten Käfer Mitteleuropas. Trotz seiner imposanten Zangen ist er für den Menschen
vollkommen ungefährlich und auch nicht giftig.
Ein ganz besonderes Exemplar des Hirschkäfers steht seit vielen Jahren für die Pistolengruppe
unseres Vereins. Denn das traditionelle Hirschkäferschießen geht auf unseren verstorbenen
Schützenkameraden Robert Weidner zurück. Robert verstarb im März dieses Jahres im Alter von 94
Jahren. Als Major, Leiter der Pistolengruppe von 1991 bis 1998 sowie von 2003 bis 2007 und Führer
der 3. Kompanie von 1993 bis 2001 prägte er das Vereinsleben über viele Jahre.
Unser Robert war zudem der „Vater“ des Hirschkäferschießens. In seiner kleinen Kellerwerkstatt
fertigte er die Hirschkäfer eigenhändig aus Holz und stellte dem Verein damit gleich mehrere
Exemplare zur Verfügung. So wurde aus seiner handwerklichen Arbeit eine Tradition, die nun zu
seinen Ehren wieder aufleben konnte.
Am 12. September 2026 wurde das historische Event durch die Pistolengruppe wiederbelebt. Der
Einladung zur „Großwildjagd“ folgten zahlreiche Mitglieder der Gruppe. Auch der amtierende König
ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit seinem Gefolge dabei zu sein.
Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. Die Kaffeetafel war liebevoll dekoriert und
reichlich gedeckt: Kuchen, Laugenstangen und Getränke aller Art standen für die hungrigen und
durstigen Jäger bereit.
Bevor die Jagd begann, erläuterte Mattse kurz das Procedere: Jeder Schütze hatte genau einen
Schuss, anschließend erfolgte ein Schützenwechsel. So blieb die Spannung bis zum Schluss erhalten –
und zwischen den Schüssen blieb natürlich ausreichend Zeit für das eine oder andere fachkundige
„Pulvergeschwätz“.
Die Reihenfolge der zu erlegenden Käferteile war klar festgelegt: linke Zange, rechte Zange, Hals und
schließlich der Körper.
Bereits nach einer Viertelstunde fiel die linke Zange. Damit schien zunächst eine kurze Veranstaltung
bevorzustehen. Doch die rechte Zange erwies sich als deutlich hartnäckiger. Zwar gab es immer
wieder kleine Absplitterungen, zum Fallen konnte sich das gute Stück jedoch zunächst nicht
durchringen.
Im Kreis der Schützen wurde zwischenzeitlich eifrig über den richtigen Haltepunkt diskutiert.
Zahlreiche Treffer sorgten zwar für sichtbare Spuren, führten aber nicht zum gewünschten Erfolg.
Auch der Käfertorso musste zwischenzeitlich nach einem Treffer unter Einhaltung der geltenden
Sicherheitsvorschriften wieder ordnungsgemäß montiert werden. Doch die Jäger gaben nicht auf. Nach
rund zwei Stunden war der Hirschkäfer
schließlich vollständig erlegt. Die
erfolgreichen Schützen ,
von Links: Andreas Kötter (Linke
Zange), Christian Meyer (Kopf/Hals),
Dirk Röber (Rechte Zange, ohne Bild),
SM Axel Brauer, Dirk Schmanns
(Rumpf).
Doch damit war die Jagd noch nicht
beendet. Die Namen aller Schützen, die
einen Käferteil regulär abgeschossen
hatten, wanderten anschließend in den
Lostopf.
Dann schlug die Stunde der Glücksfee:
Thomas Hartmann übernahm die
Auslosung und zog den Namen des
neuen Hirschkäferkönigs.
Der neue Hirschkäferkönig 2026 heißt
Christian Meyer!
Damit fand die Wiederbelebung des historischen Hirschkäferschießens einen gelungenen Abschluss.
Ganz im Sinne seines Erfinders Robert Weidner wurde eine alte Tradition fortgeführt – mit viel Spaß,
geselligem Beisammensein und natürlich einer gehörigen Portion sportlichem Ehrgeiz.
SM Axel Brauer lobte die Ausrichtung dieser Veranstaltung ausdrücklich und gab der Hoffnung
Ausdruck, dass diese Tradition auch zukünftig weiter gelebt wird.
Nachfolgend noch einige fotografische Impressionen der Veranstaltung:


